Über die Fachpresse neue Kunden erreichen

Entscheider lesen Fachmedien. Deshalb ist es wichtig, dass Agenturen in der Fachpresse regelmäßig erscheinen. Wie das gelingt, erklärt unser Magazin-Beitrag.

Marketingfachmagazin liegt auf einem Schreibtisch

Manager von Kreativ- und Digital-Agenturen fragen sich gerade, wie sie Neukunden erreichen. Eine Lösung dafür ist, in den Fachmedien präsent zu sein. Schließlich werden sie von Führungskräften gelesen. Das belegt der Verein Leseranalyse Entscheidungsträger e.V. mit seinen jährlichen Leit-Analysen zur Mediennutzung von Entscheidenden in Wirtschaft und Verwaltung (LAE). Die LAE zeigt, dass Fachmagazine die mit Abstand wichtigste Informationsquelle unter Entscheidern sind. Zusätzlich unterstreicht die Analyse aus dem Jahr 2025, wie essenziell etablierte Medien mit hohem Qualitätsanspruch für die Informationssuche und Meinungsbildung von Managern sind.

Nun stellt sich die Frage, wie Agenturen in die Fachpresse kommen. Die Antwort lautet: mit einer strategisch durchdachten Themenentwicklung, einer zielorientierten Platzierung und einem wirksamen Medienkontaktmanagement. Dabei denken viele Agenturen bei Redaktions- eher an Werbethemen: an Aspekte, die direkt auf ihr Geschäft, ihre Leistungen, Cases und ihre Eigeninteressen einzahlen. Doch diese Themen interessieren Journalisten oft nicht. Deshalb brauchen Agenturen für eine erfolgreiche PR-Arbeit einen Perspektivwechsel. Sie müssen interne Themen zu fachspezifischen und marktrelevanten Redaktionsthemen umwandeln. Denn nur so gelangen sie in die Fachpresse, werden sichtbar für Entscheider und Neukunden.

Inhalt

  1. Was sind relevante Fachmedien für Kreativ- und Digital-Agenturen?
  2. Mit welchen Themen kommen Agenturen in die Fachpresse?
  3. Wie entwickeln Agenturen aus internen Themen redaktionelle Relevanz?
  4. Wie gelingt die erfolgreiche Presseansprache?
  5. Fazit

Das Wichtigste in Kürze

  • Fachmedien erreichen relevante Entscheider und bleiben für Agenturen ein zentraler Sichtbarkeitshebel.
  • Journalisten der Fachpresse interessieren sich nicht für Eigenwerbung, sondern für markt- und branchenrelevante Themen mit Nachrichten- und Nutzwert.
  • Agenturen müssen deshalb ihre internen Themen systematisch zu pressefähigen Stories umwandeln, um kontinuierlich in die Fachmedien zu kommen.

Was sind relevante Fachmedien für Kreativ- und Digital-Agenturen?

Zur wichtigsten Fachpresse gehören Horizont, W&V, absatzwirtschaft und meedia. Für Digital-Agenturen sind auch Leitmedien wie heise, t3n, golem oder Adzine relevant. Dabei decken Horizont und W&V beispielsweise ein breites Themenspektrum ab: von der Berichterstattung über klassische Werbekampagnen, über Neuigkeiten aus der Branche bis hin zu digitalen Marketingtrends. Während Magazine wie t3n oder Adzine mit ihren Inhalten gezielt digitale Spezialisten und tech-affine Entscheider ansprechen.

Im ersten Schritt gilt es also, die passenden Fachmedien für die jeweilige Agenturmarke zu definieren und eine Top-Tier-Liste für die PR zu erstellen, um potenzielle Kunden gezielt über Veröffentlichungen zu erreichen.

Mit welchen Themen kommen Agenturen in die Fachpresse?

Fachmedien sind an Nachrichtenwert (News), an Studien, Markttrends, an Branchenanalysen, an werbefreien Fachinformationen und Praxiserfahrungen interessiert. Doch wie erkennen Agenturen beispielsweise, ob ihre News wirklich relevant für Journalisten sind? Dazu folgend eine Auflistung von gewünschten Redaktionsthemen:

  • Renommierter Neukunde oder großer Etat-Gewinn
  • Start einer neuen Kunden-Kampagne
  • Einstellung eines Mitarbeiters in Führungsposition
  • Gründung eines neuen Standorts
  • Die Agentur fusioniert bzw. wurde gekauft
  • Veröffentlichung einer hausinternen Studie mit neuen Erkenntnissen
  • Entwicklung eines branchenrelevanten und neuen Produktes
  • Erweiterung des Kompetenzbereiches durch eine neue Unit bzw. neue Mitarbeiter

Diese Themen sind nicht nur spannend für Journalisten, sondern auch für potenzielle Kunden. Suchen Kunden nach einer neuen Agentur, dann sind sie am Profil, dem Renommee und der Expertise einer Agentur interessiert. Über die Fachpresse erhalten Kunden nicht nur diese Informationen, sondern auch eine vertrauensvolle und neutrale Agentur-Einschätzung durch den Fachredakteur.

Wie entwickeln Agenturen aus internen Themen redaktionelle Relevanz?

Die strategische Themenfindung ist für PR enorm wichtig, denn es gibt nicht immer eine Agenturnews oder Studienergebnisse zu verkünden. Um kontinuierlich relevante Themen zu identifizieren, helfen folgende Schritte:

Kernthemen festlegen

Um geschäftsrelevante PR-Themen zu ermitteln, sollten sich Agenturen Fragen stellen wie:

  • Welche Themen bewegen gerade die Branche? Gibt es aktuelle Trends oder Marktentwicklungen, die heiß diskutiert werden? Lässt sich daraus ein relevantes Agenturthema entwickeln? Und: Welche Aspekte könnten dabei besonders interessant für Fachjournalisten sein?
  • Mit welchen Herausforderungen kämpfen derzeit die Kunden? Was wird sie in Zukunft beschäftigen?
  • Gibt es zu einem Thema einen neuartigen Leitgedanken oder eine Agenturthese, die spannend für ein Fachmagazin ist?
  • Welche Marktpotenziale oder auch Business-Probleme lassen sich durch die Agentur-Kompetenz heben oder auch lösen? Hierbei muss es sich um neue Aspekte handeln.

Kontext und Aufhänger für Presseansprache finden

Wenn Agenturen ein Redaktionsthema definiert haben, braucht es einen aktuellen Aufhänger, der Fachjournalisten interessiert und Mehrwert bietet. Doch wie findet man diesen Kontext? Beispielsweise indem PR-Verantwortliche im präferierten Fachmedium nach dem Thema suchen und prüfen, ob darüber schon berichtet wurde, ob die Agentur mit ihrem Thema dazu neue Erkenntnisse und Aspekte bieten oder vorhandene Meinungen sogar widerlegen kann. Journalisten sind oft dankbar, wenn man auf ihre Artikel Bezug nimmt und einen neuen Blickwinkel für das entsprechende Thema anbietet.

Darüber hinaus liefern gerade veröffentlichte Marktzahlen oder branchenrelevante Veranstaltungen wie OMR oder DMEXCO und saisonale Ereignisse wie Weihnachten oder Valentinstag Agenturen Aufhänger, um ihre eigenen Themen zu platzieren. Kurzum: Ein aktueller Aufhänger ist wichtig, um mit dem definierten Thema bei Fachjournalisten Gehör zu finden. Für einen erfolgreichen Themenpitch bedarf es der richtigen Argumente, warum das Thema gerade jetzt aktuell und relevant für die Leser des Fachmediums ist. Oder anders formuliert: Es braucht Newsfaktoren, Relevanzbeweise oder Branchen-Impact, um die Chance auf Veröffentlichung zu erhöhen – und solche Themen interessieren auch potenzielle Kunden.

Wie gelingt die erfolgreiche Presseansprache?

Natürlich entscheidet in erster Linie der News- oder Mehrwert des Themenvorschlags über eine Veröffentlichung in der Fachpresse. Dennoch ist es ratsam, einige Punkte im Umgang mit Fachjournalisten zu berücksichtigen.

  • Themen müssen dem richtigen Journalisten in der Redaktion vorgestellt werden. D.h. es braucht vorab Informationen darüber, welches Ressort zum Themenvorschlag passt und welcher Redakteur aus diesem Ressort gerade an dem Thema Interesse haben könnte.
  • Schreiben Sie den Journalisten per Mail an und stellen ihm das Thema in Form ein kleines Abstract mit Aufhänger vor.
  • Beachten Sie den Vorlauf des Mediums und geben dem Journalisten ausreichend Zeit, den Themenvorschlag zu prüfen.
  • Pflegen Sie Journalistenkontakte mit relevanten Fachmedien, indem Sie frühzeitig über Agentur-Neuigkeiten informieren, zuverlässig und schnell auf Rückfragen und Angebote reagieren.

Fazit

Wer als Kreativ- oder Digital-Agentur regelmäßig in der Fachpresse stattfinden will, braucht mehr als interne Agenturnachrichten. Entscheidend ist die Fähigkeit, eigene Themen und internes Know-how in relevante Fachbeiträge zu übersetzen. Das erfordert strategische Themenarbeit, journalistisches Denken und Schreiben. Agenturen, die ihre PR-Themen konsequent an den Informationsbedürfnissen der Fachmedien ausrichten, erhöhen nicht nur ihre Chancen auf Veröffentlichungen, sondern sie werden sichtbar und positionieren sich langfristig als relevante Stimmen im Markt – und genau dort entstehen Vertrauen, Reputation und neue Kundenkontakte.

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